Viele Senioren wohnen nicht altersgerecht Pflegeimmobilie Geldanlage Ott Investment AG Schlüsselfeld Rainer Ott

Für viele Senioren ist der normale Alltag nur schwer zu bewältigen. Schuld daran ist die Wohnung, in der sie leben. Hinderliche Treppen, keine barrierefreie Dusche oder fehlende Aufzüge machen alltägliche Dinge wie einkaufen, duschen oder einfaches Spazierengehen zur Tortur. Die Baubranche hat dies offenbar noch nicht erkannt, denn noch immer gibt es viel zu wenig altersgerechte Wohnungen.

Schon seit Jahren ist der → demographische Wandel bereits in aller Munde. Das Problem ist nur, dass die meisten der Wohnungen in Deutschland nicht auf den altersgerechten Bedarf zugeschnitten sind. „Wir haben in Deutschland nur 700.000 altersgerechte Wohnungen“, so Michael Held, Geschäftsführer des Immobilienentwicklers Terragon. Der Bedarf ist aber um ein vielfaches höher. „Es gibt aber 2,7 Millionen Seniorenhaushalte, in denen mindestens ein Mitglied bewegungseingeschränkt ist. Es fehlen also zwei Millionen altengerechte Wohnungen“, so Held weiter.

Noch weniger Wohnungen in Deutschland gebe es, die barrierefrei konzipiert wurden. Denn altengerecht ist nicht gleichbedeutend mit barrierefrei. Die Anforderungen, die an eine barrierefreie Wohnung gestellt werden, sind noch höher als bei einer altersgerechten. Barrierefreie Behausungen gibt es derzeit gerade einmal 100.000. Vor dem Hintergrund dieses Notstandes sagte Held: „Der demographische Wandel ist im Geschäftsmodell der Wohnungswirtschaft noch nicht angekommen.“

Dabei wächst hierbei der Bedarf von Jahr zu Jahr. Bereits heutzutage gibt es in Deutschland 11,6 Millionen Haushalte, in denen Menschen leben, die 65 Jahre oder älter sind. Von diesen verfügen aber gerade einmal 1,6 Millionen über einen altersgerechten Aufzug. Dies ergab die Studie „Aufzugsarmut“, die vom Aufzugberater Hundt Consult in Zusammenarbeit mit Terragon erstellt wurde. Die Studie beruht auf der Grundlage von Daten des Internetportals Immobilienscout24.

Laut der Studie fehlt daher in Deutschland in zehn Millionen Wohnungen ein altersgerechter Aufzug. Würden auf einen Aufzug durchschnittlich 25 Wohnungen entfallen, so müssten in 400.000 Häusern dieser noch eingebaut werden. Andere Länder wie Spanien oder Italien sind da deutlich weiter. „In Italien gibt es pro Einwohner doppelt so viele Aufzüge wie in Deutschland“, berichtet Oliver Hundt, Geschäftsführer des Aufzugsberaters Hundt Consult.

© Pflegeimmobilie-Geldanlage, 11/2014, „Viele Senioren wohnen nicht altersgerecht“